Unterschrank für einen NanoCube selber bauen

Einen Unterschrank für den NanoCube nach seinen eigenen Wünschen gestalten und das auch noch preiswert? Genau dieser Gedanken schwirrte mir durch den Kopf, als ich beschlossen habe einen Unterschrank für mein Aquarium selber zu bauen. Vor allem die Preise im Fachhandel und, dass diese Möbelstücke nicht einmal annähernd meinen Wunschmaßen entsprachen, haben mich motiviert die Sache selber in die Hand zu nehmen.

Einleitung

Was braucht man für den Eigenbau eines Schrankes? Zunächst einmal muss man einige Faktoren berücksichtigen:
Welche Stellfläche benötigt das Aquarium?
NanoCube/Aquqarium ausmessen und 1-2mm Sicherheit mit einrechnen.
Wie schwer ist das Aquarium?
Da es sich bei meinem NanoCube um ein Fassungsvermögen von 30l handelt rechne ich mit einem maximalen Gewicht von 50kg. Darin sind das Eigengewicht und Kies/Sand und Aquarientechnik enthalten. Die MDF-Stärke sollte möglichst hoch gewählt werden. Dazu kann man etwas im Internet recherchieren. Ich habe mich für eine Dicke/Stärke von 22mm entschieden. Die fertige Konstruktion kann nach meinem persönlichen Einschätzungsvermögen sicherlich 150kg bis 200kg tragen.

-- Ich möchte aber noch einmal darauf hinweisen, dass hier keine Verantwortung über die Richtigkeit dieser Aussagen übernommen wird. Für den Nachbau eines Unterschrankes nach dieser Anleitung, sind die Personen selbst verantwortlich, ebenso wie für die Nutzung des dadurch entstandenen Produkts. –

Welche Funktionen soll der Unterschrank erfüllen?
Ich wollte gerne einen Unterschrank mit einer offenen Rückseite und zwei Zwischenböden für die Aquarien-Technik.

Material

Aus diesen Bedingungen lässt sich dann eine Materialiste erstellen die bei meinem Aquarienunterschrank folgendermaßen ausgesehen hat:
  • Stellfläche: 300mm x 300mm x 22mm MDF-Platte, Anzahl: 1
  • Seitenwände: 278mm x 1100mm x 22mm MDF-Platte, Anzahl: 2
  • Frontwand: 300mm x 1100mm x 22mm MDF-Platte, Anzahl: 1
  • Fußplatte: 360mm x 360mm x 22mm MDF-Platte, Anzahl: 1
  • Rückwand: 256mm x 100mm x 22mm MDF-Platte, Anzahl: 1
  • Zwischenboden: 256mm x 278mm x 22mm MDF-Platte, Anzahl: 1
  • Swingcolor Buntlack 2in1: 0095 weiß, hochglänzend, 375 ml
  • Bodenträger von Safety: glasklar, Anzahl: 8
  • Parkettgleiter: Anzahl: 4
  • Hochspachtelmasse, Holzkitt: ~100g
  • Spax-Schrauben: 4,5mm x 50mm Anzahl: ca. 40

Das Material habe ich in einem Baumarkt gekauft. Die MDF-Platten wurden direkt vor Ort auf die angegebenen Maße ohne Aufpreis zugesägt. Daraus ergeben sich reine Materialkosten von:
  • MDF-Platten(komplett): 26€
  • Farbe: 8€
  • Parkettgleiter: 2€
  • Bodenträger: 2€
  • Holzspachtel: 7€
  • Schrauben: 2€
  • Holzleim: 3€

Gesamte Materialkosten: 50€
Wenn man auf die Details (Parkettgleiter oder Bodenträger) keinen großen Wert legt bzw. noch Reste von Holzspachtel, Schrauben, Holzleim oder Farbe zur Verfügung hat, können die Kosten sogar bei 30€ liegen.

Werkzeug

Für den Zusammenbau habe ich folgende Werkzeuge benutzt:
  • Akkuschrauber/Bohrmaschine Anzahl: 1/1
  • Holzbohrer: 4mm, Anzahl: 1
  • Senker: Anzahl: 1
  • Schraub-Bit, -kreuz: passend 4,5mm Schraubkopf, Anzahl: 1
  • Gliedermaßstab(Zollstock): Anzahl: 1
  • Bleistift: Anzahl: 1
  • Schmiergelpapier: 200 – 400
  • Schleifklotz: Anzahl: 1
  • Staubmaske: Anzahl: 1
  • Holzklemmen: Anzahl: 5
  • Spachtel: Anzahl: 1
  • Schaumstoff-Farbroller: Anzahl: 1
  • Pinsel: Anzahl: 3

Natürlich können viele Arbeitsschritte auch anders durchgeführt werden, z.B. kann eine Schleifmaschine statt dem Schleifklotz benutzt werden.

Vorbereitung:

Zunächst sollten die Größen der MDF-Platten auf die ihrer Richtigkeit überprüft werden und ggf. zur besseren Übersicht mit einem Bleistift beschrieben werden. Falls kein kleiner Handbohrer für die Löcher Bodenträger zur Hand ist, sollten die Löcher in diesem Schritt auf den Innenseiten eingezeichnet und in der entsprechenden Größe gebohrt werden. Eine Garage oder ein anderer trockener Raum bieten eine gute Location für den Zusammenbau. Ich selber habe einen großen Teil im freien unter einem Carport gearbeitet. Dabei sollte unbedingt eine alte Decke zur Verfügung stehen. Akkus aufladen. Wer keinen wirklich guten Akkuschrauber mit ausreichender Leistung zum Bohren zur Hand hat, sollte zum Vorbohren und Senken auf jeden Fall eine Bohrmaschine bereit haben. Zur Kontrolle habe ich noch einmal alle Bauteile zusammen gelegt. Hier ein Bild:






Durchführung:

Als erstes werden die Seitenwände auf die Frontplatte geleimt. Dazu habe ich den Kontrollaufbau etwas modifiziert. Der Leim wird NUR zwischen der Front- und der Seitenwand auf getragen und NICHT zwischen der Frontwand und den Zwischenböden. Diese dienen nur als Stütze und Referenz. Damit der Leim in einer fixierten Position trocknen kann, wird die Seitenwand mit 3 Holzklemmen zusammen gedrückt.
Am besten positioniert man ein kleines Stück Pappe oder Filz zwischen der Klemme und dem Holz um dieses nicht zu beschädigen. Das Ganze sieht dann aus wie auf dem linken Bild:


Ist die eine Seite getrocknet und fest (hängt vom Kleber, der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur ab, ich rate jedoch mindestens 1 bis 2 Stunden), dann kann mit der anderen Seite auf dieselbe Weise verfahren werden. Auch hier dienen die Zwischenböden, Stellfläche und Fußplatte nur der Fixierung, als Platzhalter und Referenz und werden NICHT verleimt! Im rechten Bild zusehen.







Jetzt muss wieder eine kleine Pause eingelegt werden bis der Leim trocken ist. Damit die Rückwand auf jeden Fall zwischen die beiden Seitenwände passt, rate ich dazu diese als Platzhalter einzusetzen.
Im nächsten Schritt wird diese Rückwand mit der Stellfläche verleimt und mit den Klemmen entsprechen fixiert.(linkes Bild)

Wenn der Leim wieder trocken und fest ist, fehlt nur noch die Fußplatte. Diese genau mittig zu positionieren erfordert etwas Geschick. Mit dem Bleistift sollte die Position jeder Seite genau eingezeichnet werden. Eventuell kann es helfen den Schrank auf die Stellfläche zu stellen (Vorsicht, Kanten können brechen!). Ich habe den Schrank auf der Unterseite mit Leim bestrichen und mit einem Gliedermaßstab so lange hin und her geschoben bis es genau gepasst hat. Dabei verteilt man aber unglücklicherweise den Leim auf der Fläche und dieser muss entfernt werden.






Sobald der Leim wieder trocken ist kann mit dem nächsten Schritt begonnen werden. Die Löcher für die Schrauben müssen mit einem 3-4mm Bohrer vorgebohrt werden. Durch diesen Schritt kann die Gefahr reduziert werden, dass die MDF-Platte kaputt geht wenn die Schrauben in das Holz eindringen. Dabei wird mit der Stellfläche begonnen. Es wird an jeder Kante ein Loch gebohrt. Die Löcher werden mit einem Bleistift vorgezeichnet. Wenn es sich um 22mm Dicke MDF handelt so werden 11mm von jeder Kante gemessen und mit einem Strich markiert. Der Kreuzungspunkt ist der spätere Bohrpunkt. Danach werden noch zwischen den Löchern jeweils 2 Punkte auf der Längsseite verteilt. Am besten so, dass es gleichmäßig ist. Auf dem Bild kann man die Anordnung der Löcher mit Schrauben erkennen.

Wenn alle Bohrpunkte eingezeichnet sind, kann mit dem Bohren begonnen werden. Dies kann zwar mit einem Akkuschrauber durchgeführt werden, jedoch sollte dieser über ausreichende Leistung verfügen. Besser eignet sich eine Bohrmaschine. Vorsichtig ansetzen und langsam Druck aufbauen. Die Bohrtiefe sollte bei 45mm bis 55mm liegen (einfach mit dem Gliedermaßstab den Bohrer messen und eine Markierung machen oder wenn möglich die Bohrerlänge entsprechend einstellen). Wenn alle Löcher gebohrt sind, wird der Bohrer gegen den Senker getauscht und die Löcher bekommen noch eine Phase. Jetzt können die Schrauben mit den Akkuschrauber versenkt werden. Die Schrauben sollten so tief ins Holz eindringen, dass noch ein kleines Loch, wie auf dem Bild zu erkennen, übrig bleibt.
Anschließend wird genau auf die selbe Art mit der Fußplatte verfahren. Die nächsten Bilder zeigen die Anordnung der Schrauben auf der Frontplatte und eine Schraube an der Seitenplatte für die Rückwand.











Wenn alles Verschraubt ist, kann mit dem nächsten Schritt fortgefahren werden. Alle Schraublöcher werden mit Holzspachtel/Holzkitt aufgefüllt (Tipp: Es können auf entstandene Macken ausgebessert werden.)
Viele Holzspachtel müssen mindestens 24h trocknen und verlieren an Volumen, da während der Trocknung Wasser verdunstet. Die Löcher sollten daher etwas Dicker verspachtelt werden. Eventuell muss nach 24h noch einmal Spachtelmasse aufgetragen werden.

Sobald alle Löcher „verschwunden“ sind, kann fortgefahren werden. Mit dem Schleifpapier wird der gesamte Unterschrank abgeschliffen. Dazu bitte die Staubmaske aufsetzen! Ich habe versucht die Übergänge zwischen den Platten so lange abzuschleifen, bis der Spalt mit dem Finger nicht mehr zu spüren ist. Leim- und Spachtelreste müssen entfernt werden. Wichtig ist auch den Schrank von innen zu abzuschleifen. Dadurch wird die Überfläche für die Farbe vorbereitet. Anschließend habe ich den Unterschrank mit Waschbenzin gereinigt um auch Fettreste zu entfernen. Wichtig ist, dass jetzt der Schrank noch einmal gut trocknet. Jetzt sollte die Umgebung mit beispielsweise Zeitungspapier ausgelegt werden und es kann mit dem ersten Anstrich begonnen werden. Da die verwendete Farbe ein 2in1 Lack mit Grundierung ist, wird zunächst der Schrank komplett grundiert. Dazu habe ich einen Schaumstoffroller verwendet, mit dem ich gute Ergebnisse erzielt habe. Ich habe außerdem darauf geachtet die Farbe möglichst gleichmäßig zu verteilen. In den Ecken hilft ein kleiner Pinsel.

Die Farbe sollte danach eine Nacht richtig trocknen. Danach kann mit einer weiteren Schicht Farbe eine höhere Deckkraft erzielt werden. Einfach wiederholen bis die gewünschte Farbintensität erreicht ist. Jetzt können (falls noch nicht geschehen) mit einem Handbohrer kleine Löcher für die Zwischenbodenhalterung gebohrt werden und die Bodenhalter eingesetzt werden.
Jetzt noch die Filzgleiter unter die Fußplatte kleben und fertig ist der Schrank!


Die Zwischenböden müssen noch eingepasst und gestrichen werden. Dazu die Platten so lange Schleifen bis sich diese problemlos auf die Bodenhalter legen lassen. Etwas mehr abtragen und die Farbe zu kompensieren. Jetzt können die Platten noch grundiert und gestrichen werden.











Jetzt ist alles fertig und der NanoCube kann mit seiner Gummiunterlage auf dem Unterschrank positioniert werden. Die Technik verschwindet im Inneren und man hat einen stylischen Blickfang in seinem Wohnzimmer.












FAQ:

Warum Leim und Schrauben?
Ich habe festgestellt, dass es einfacher ist, die durch den Leim fixierten Platten zu verschrauben. Außerdem gibt das dem Ganzen noch weitere Stabilität.

Geschrieben von Giigoonh um 2013-03-05 18:43:35

Deprecated: mysql_connect(): The mysql extension is deprecated and will be removed in the future: use mysqli or PDO instead in C:\Inetpub\vhosts\odahingum.de\httpdocs\includes\connect2db2.php on line 5

Warning: mysql_connect(): Access denied for user 'c9shrimp'@'localhost' (using password: YES) in C:\Inetpub\vhosts\odahingum.de\httpdocs\includes\connect2db2.php on line 5
Verbindung schlug fehl: Access denied for user 'c9shrimp'@'localhost' (using password: YES)